BIPoC Walk

Wir beschäftigen uns in diesem Audiowalk mit dem Zusammenhang von Raum und Rassismus in Kreuzberg. Dabei richten wir unser Augenmerk besonders auf zivilgesellschaftliche Widerstandskämpfe, die rassistische Strukturen in urbanen Räumen kritisieren und Veränderungen hin zu einer diversen und gerechteren Stadt anregen.

In dem Walk nehmen wir drei verschiedene Raumkämpfe aus postmigrantischen bzw. migrantischen Perspektiven in unseren Fokus:

  • TEIL 1: Geschichtliche Einordnung und Kampf  um Vielfalt und Repräsentanz im öffentlichen  Raum aus afrodeutscher Perspektive
  • TEIL 2: Kampf gegen Gentrifizierung und  Verdrängung migrantisierter Nachbarschaften
  • TEIL 3: Kampf für Grundrechte geflüchteter Menschen

Hinweis: Die reine Hörzeit beträgt ca. 2 Std. Sei dir bewusst, dass die Laufzeit nicht inbegriffen ist. Also teile den Walk gerne in Abschnitte auf oder höre Stationen im Gehen. Unter jeder Station findest du eine Empfehlung von uns.

Du kannst den Walk bei Spotify, Soundcloud und Acast hören

ROUTE

Bild von Johanna Köck

TEIL 1: GESCHICHTE & REPRÄSENTANZ
1. Station ◉ Bushaltestelle der Linie 347 Oberbaumbrücke
2. Station ◉ auf der Oberbaumbrücke
3. Station ◉ May Ayim Ufer
4. Station ◉ Ecke Manteuffelstraße/ Oranienstraße

TEIL 2: GENTRIFIZIERUNG & VERDRÄNGUNG
5. Station ◉ Oranienstraße Richtung Heinrichplatz
6. Station ◉ Heinrichplatz, Oranienstraße
7. Station ◉ Kottbusser Tor

TEIL 3: RECHTE & PERSPEKTIVE GEFLÜCHTETER
8. Station ◉ Gerhart-Hauptmann-Schule
9. Station ◉ Görlitzer Park
10. Station ◉ wo immer es dir beliebt
11. Station ◉ Bonustrack: zwischen Station 3 & 4

TEIL 1: GESCHICHTE & REPRÄSENTANZ

Station 1: Intro

Bushaltestelle der Linie 347 Oberbaumbrücke

In der ersten Station steigen wir ein in die Thematik Stadt. Was ist eigentlich Stadt? Ist Stadt für alle gleich? Können wir die Stadt objektiv wahrnehmen? Was hat unsere Sozialisation mit der Art und Weise zu tun, wie wir uns in der Stadt bewegen, verhalten und diese wahrnehmen? Und inwiefern werden wir in und durch die Stadt bevor- bzw. benachteiligt? All diesen Fragen versuchen wir in Form einer kleinen Gedankenreise nachzugehen.

Station 2: Kolonialismus

auf der Oberbaumbrücke
Hinweis: Du kannst diese Station beim langsamen gehen über die Brücke hören.

Heute gehen wir selbstverständlich davon aus, dass die Kolonialzeit mit ihren Verbrechen hinter uns liegt. Doch ist damit auch der Einfluss des Kolonialen in der Stadt überwunden? Bevor wir uns in den nächsten Stationen damit beschäftigen, inwiefern Rassismus auch heute noch in und durch die Stadt wirkt, möchten wir in dieser Station noch einmal zurückschauen und die Kolonialgeschichte Deutschlands einordnen.

Station 3: Geschichte im öffentlichen Raum

May Ayim Ufer
Hinweis: Setz dich hier gerne hin, entlang des Ufers findest du Bänke.

In dieser und der nächsten Station beschäftigen wir uns mit räumlichen Kontinuitäten des Kolonialismus in der Stadt. Um den Zusammenhang von Stadt und Kolonialismus zu verstehen, haben wir mit der Stadtsoziologin Dr. Noa Ha gesprochen. Tahir Della von der Initiative Schwarze Menschen Deutschland erzählt uns, für welche Forderungen sich die Community einsetzt. Und wir beschäftigen uns ganz konkret mit der erfolgreichen Umbenennung zum May Ayim Ufer und der Namensgeberin.

Content Warnung: In diesem Abschnitt wird über Völkerschauen gesprochen (ab min. 8:30).

Links:
Dr. Noa Ha: https://twitter.com/noa_ha_ // https://twitter.com/decolonizeBLN
ISD: https://isdonline.de // https://twitter.com/ISDBund // https://www.instagram.com/isdbund
Tahiar Della: https://twitter.com/tahirdella?lang=de

Station 4: Repräsentanz in der Stadt

Ecke Manteuffelstraße/ Oranienstraße
Hinweis: Du kannst diese Station auch über die U1 (Schlesisches Tor > Görlitzer Bahnhof) erreichen.
Wenn du willst, beginne auf dem Weg schon mit dem Hören.

Hier machen wir dort weiter, wo wir zuvor aufgehört haben: bei den Kämpfen um Vielfalt und Repräsentanz im öffentlichen Raum. Tahir Della von der Initiative Schwarze Menschen Deutschland erzählt uns die Hintergründe zur Straßenumbenennung von der Manteuffel- zur Audre Lorde Straße. Dabei thematisiert er nicht nur die nachbarschaftlichen Widerstände, sondern macht auch auf die ambivalente Haltung der Politik aufmerksam.

Links:
ISD: https://isdonline.de // https://twitter.com/ISDBund // https://www.instagram.com/isdbund
Tahiar Della: https://twitter.com/tahirdella?lang=de

TEIL 2: GENTRIFIZIERUNG & VERDRÄNGUNG

Station 5: Geschichte Kreuzbergs

Oranienstraße Richtung Heinrichplatz
Hinweis: Keine Eile, diese Station ist kurz.

Wir befinden uns nun mitten in Kreuzberg. Jenes Kreuzberg, in dem auch Audre Lorde in den 80er und 90er Jahren gewohnt hat. Seit dieser Zeit hat sich viel verändert in diesem Stadtteil. Während vor der Wende vor allem die (post)migrantische Community gemeinsam mit Studierenden und Künstler*innen diesen Ort bewohnten und zu ihrem eigenen machten, erleben wir inzwischen eine starke Verdrängung der ursprünglichen Bewohner*innenschaft. Wie dieser Prozess zustande gekommen ist, erklärt uns die Stadtsoziologin Dr. Noa Ha.

Links:
Dr. Noa Ha: https://twitter.com/noa_ha_ // https://twitter.com/decolonizeBLN

Station 6: Gentrifizierung

Heinrichplatz, Oranienstraße
Hinweis: Wenn du möchtest, laufe beim Hören gemütlich Richtung Kotti.

Gentrifizierung ist in Kreuzberg ein großes Thema. Ahmed, Anwohner und Ladenbesitzer, erzählt uns, wie es ist, in Kreuzberg verwurzelt zu sein und die Veränderungen am eigenen Leib zu erleben. Außerdem haben wir mit den Stadtforscher*innen Dr. Defne Kadıoğlu und Dr. Frank Eckardt gesprochen, die Gentrifizierungsprozesse für uns wissenschaftlich einordnen. Sie helfen uns dabei zu verstehen, was für eine Rolle Rassismus in diesen Prozessen spielt.

Links:
Dr. Defne Kadıoğlu: https://twitter.com/kadiogludefne
Dr. Frank Eckardt: https://www.transcript-verlag.de/author/eckardt-frank-320001608/

Station 7: Widerstand gegen Verdrängung

Kottbusser Tor, Kottbusser Str. 2
Hinweis: Vor dem Café ‚Südblock‘ findest du eine Sitzbank unter dem Baum, perfekt zum Anhören der Station.

Die Gentrifizierung in Kreuzberg geht nicht kampflos vonstatten. Wir haben mit der Bürger*inneninitiative Kotti & Co. geredet, die schon über ein Jahrzehnt vor Ort aktiv ist. Sandy Kaltenborn von der Initiative erzählt uns, wie sie sich gegründet haben, wie sich die Nachbarschaft gegen Verdrängung zur Wehr setzt und warum Anti-Rassismus ein Teil ihres Kampfes ist.

Links:
Kotti & Co: https://kottiundco.net // www.facebook.com/kottiundco // www.youtube.com/user/kottiundco/videos

TEIL 3: RECHTE & PERSPEKTIVE GEFLÜCHTETER

Station 8: Widerstand von Geflüchteten

Gerhart-Hauptmann-Schule: Reichenberger Str. 127
Hinweis: Wunder dich nicht – die Schule ist schwer zu sehen. Nimm dir kurz Zeit und schlendere dann gerne weiter Richtung Görli.

In dieser und der nächsten Station beschäftigen wir uns mit der Situation von Geflüchteten in Berlin. Ein wichtiger physischer Ort des Widerstandes in Kreuzberg war die Gerhart-Hauptmann-Schule. Wir haben uns mit Jennifer Kamau getroffen, die uns erzählt, welche Forderungen den Protesten zugrunde lagen, aber vor allem auch, welche Erfahrungen Frauen innerhalb des Protestes durchlebt haben und wie diese Erfahrungen zu der Formierung eines Frauenkollektivs geführt haben.

Links:
IWS – International Women Space: https://iwspace.de // https://www.instagram.com/iwspace.de // https://twitter.com/iwspace
O-Platz Refugee Movement: https://oplatz.net

Station 9: Racial Profiling

Görlitzer Park
Hinweis: Beginne die Aufnahme beim Betreten des Parks.

Wusstet du, dass der Görlitzer Park polizeilich  als ‘kriminalitätsbelasteter Ort’ definiert ist? Und hast du eine Vorstellung davon, was das für Schwarze Menschen und People of Colour bedeutet, die sich in diesen Zonen aufhalten? Damit beschäftigen wir uns in dieser Station. Dafür haben wir mit David und Wainaina von der Nachbarschaftsinitiative Wrangelkiez United gesprochen. Seit 2020 kämpfen sie gegen racial profiling und für einen solidarischen Kiez. Außerdem erzählt uns Musa, wie es dazu kam, dass er im Park mit Drogen handelt.

Links:
Wrangelkiez United: https://wrangelkiezunited.noblogs.org // https://twitter.com/WrangelkiezU // https://www.instagram.com/wrangelkiez_united

Station 10: Abschluss

wo immer es dir beliebt

Abschließend möchten wir Dir noch einmal einen Überblick über die vielen Themen des Walks geben und aufzeigen, wie diese vielfältigen Hürden und Barrieren der migrantischen und postmigrantischen Community im Kern auf dem selben Problem basieren.

Station 11: Bonustrack

zwischen Station 3 & 4

Das Team um das Projekt Act now! von dem Bahnhof Langendreer in Bochum hat im Winter 2020 Gedichte neu interpretiert und uns für den Walk zur Verfügung gestellt. In unserem Bonustrack hört ihr also die beiden Gedichte „Der Käfig hat eine Tür“ und „Blues in Schwarz Weiß“ von May Ayim gesprochen von Mooaz, Marlene, Evelyn, Adele und Lena et al.

Links:
Act now!: https://bahnhof-langendreer.de/act-now.html // https://soundcloud.com/user-284933066

CREDITS

Erstellt wurde der BIPOC WALK im Rahmen der Projektwerkstatt werk stadt – für alle im Sommersemester 2021 und im Wintersemester 2021/2022.

In beiden Semestern wurde die Gruppe begleitet durch die Projektleitung von Camila La Terza Roth.
Im Sommer- und Wintersemester waren insgesamt je 5 Studierende an der Entstehung des BIPOC Walks beteiligt:
Johanna Köck (WS 2021/22)